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Der Imperativ. Sprachliche Mittel zum Ausdruck der Aufforderung

Andere sprachliche Mittel zum Ausdruck der Aufforderung

1. Außer dem Imperativ können auch andere sprachliche Mittel eine Aufforderung mit unterschiedlichem Nachdruck äußern:

Präsens Indikativ

Das Wetter ist schlecht. Du bleibst heute zu Hause.

Futur I Indikativ

Du wirst dich gut benehmen, sonst komme ich nicht mehr.

Bestimmte Substantive, Adjektive, Adverbien

Achtung! Ruhe!

1. Person Plural

Gehen wir schneller!

2. Eine Bitte kann durch das Modalwort bitte, die Partikel doch oder Verben bitten, beschwören u. a. verstärkt werden.

„So rede doch!“, sagte sie schließlich.

Ich bitte dich herzlich, lass du mich nach Hamburg fahren, es liegt

mir sehr viel daran.

3. Im Rahmen des lexisch-grammatischen Feldes des Imperativs kann der Befehl nicht nur durch den Imperativ, sondern auch durch den Infinitiv ausgedrückt werden. Der Befehl ist kategorischer und wird meistens in Kommandos gebraucht.

Rufen Sie die Polizei an!

Draußen ertönt der Ruf: „Schlafen gehen!“

4. Der Infinitiv gebraucht man in Anweisungen, Vorschriften und der Werbung.

Nicht rauchen! Nicht in die Augen sprühen!

5. Das Präsens und das Futur können auch einen kategorischen Befehl ausdrücken.

„Sie rufen das Mädchen“, sagte ich hartnäckig.

6. Manchmal drücken das Präsens und das Futur eine neutrale Auffor- derung aus, dabei kommen sie im Mikrokontext zusammen mit dem Infinitiv vor.

„Schwester, setzen Sie sich bitte zu mir“. Nachdem sie sich überrascht auf den Hocker gesetzt hatte, erklärte er: „Wir werden einen Brief an meine Frau schreiben!“

7. Fragesätze können als Synonyme zum Imperativ auftreten.

Gibst du mir das Buch? – Gib mir das Buch!

Wissen Sie, wie spät es ist? – Wie spät ist es!

8. Bei Befehlen in der Armee und bei der Polizei gebraucht man das Partizip II.

„Aufgestanden! Wache halten!“

9. Die Modalverben treten als Synonyme zum Imperativ auf. (siehe 11. Modalität)

Übrigens kannst du „du” zu mir sagen.

10. Das Modalverb dürfen mit dem Negationswort nicht kann ein Verbot ausdrücken.

Mutti, wenn dir Frank begegnet, dann darfst du nicht sagen (= sage nicht), dass ich hier bin.

11. Das Modalverb wollen in der 2. Person Singular kann auch einen Befehl ausdrücken, d. h. in der Funktion des Imperativs gebraucht werden. Der Lehrer rief ungeduldig: „Willst du mal nicht vorsagen, Urse.“

12. Als Ausdruck der Aufforderung treten die Konstruktionen haben/ sein + zu + Infinitiv auf.

Die Aufgabe ist bis Montag zu lösen. Hier hat niemand zu befehlen!


25.01.2015; 16:21
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